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Totenzettel









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Celle (77er Denkmal), Niedersachsen:

Eine kniende, bis auf einen Stahlhelm ansonsten unbekleidete Soldatenfigur mit gesenktem Haupt, in der Rechten ein Schwert haltend auf Sandsteinquader. Eigentlich ein Denkmal für das ‚Hausregiment’ Celles, stand es jahrzehntelang an zentraler Stelle vor dem Celler Schloss. Mit der Aufgabe der ‚Heide’-Kaserne an der 77er-Strasse für militärische Nutzung und Abzug des letzten dort ansässigen (britischen) Regimentes (14th Signal Regiment) 1993, wurde es nach Einrichtung des ehemaligen Hauptgebäudes der Kaserne zum ‚Neuen Rathaus’ nach 1999 in die dortigen Grünanlagen umgesetzt.

Die Inschrift wurde nachträglich um eine Bronzeplatte ergänzt, die den Opfern des WK2 gedenkt.

Celle (77er Denkmal), Foto © 2005  www.panorama-service.net

Inschriften:

Front Sockel:
Den im Weltkriege
1914-1918
gefallenen Helden
zum ehrenden
Gedächtnis
Dem ruhmreichen
Regiment zum
Andenken

Front Bronzeplatte:
Den Toten und Opfern der Kriege
Der Gewaltherrschaft  Der Vertreibung  Des Terrors
und der politischen Verfolgung gewidmet
1939            [Dauerkranz]               1945

Linke Sockelseite:
Frankreich – Belgien
August 1914 – April 1915
September 1915 – Mai 1916
Dezember 1916 – Juli 1917
Oktober 1917 – November 1918

Sockel Rückseite:

2. Hannoversches
Infanterie=
Regiment No. 77
1813-1918

Rechte Sockelseite:
Russland – Galizien
Wolhynien
Mai – September 1915
Juni – November 1916
Juli – September 1917

Zur Regimentsgeschichte:
Aus der Nummerierung ist zu erkennen, dass das Regiment nach 1866 in der preussischen Armee aufgestellt wurde, allerdings wurde ihm um 1890 gestattet, die Tradition der alten hannoverschen Truppen wieder aufzunehmen und so gilt in der preussischen Armee sein Stiftungstag als der 26. März 1813.

Im Krieg 1870/71 war das Regiment an den Schlachten auf den Spicherer-Hoehen und von Gravelotte - St-Privat beteiligt.

Im ersten Weltkrieg gehoerte es zur 20. Infanterie Division. Es hat zu Beginn des Krieges an der Eroberung von Lüttich, Namur, St. Quentin und Reims teilgenommen, ging 1915 an die Ostfront (Eroberung von Lemberg), kam fuer den Winter 1915/16 zurück in die Champagne um dann im Herbst/Winter 1916 zur Schlacht bei Kowel wieder im Osten zu sein. Im Fruehjahr und Sommer 1917 Stationierung an der Aisne und in der Champagne, anschliessend vorübergehende Verlegung ins Baltikum nach Riga, doch im November 1917 Rückverlegung nach Frankreich und Teilnahme an der Tankschlacht von Cambrai. 1918 bis Kriegsende Verbleib in Frankreich.

Es gibt eine Regimentsgeschichte vor dem WK I in Buchform, möglicherweise nur noch antiquarisch erhältlich:  Schimmelpfeng, Hans: Geschichte des 2. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 77. Oldenb. Stalling. 1913. Gr.8°. 347 S. Mit 25 Textabb. und 7 Kartenskizzen. OKart.

Datum der Abschrift: 23.3.2005

Beitrag von: Fred Watty | Genealogische Gesellschaft HH e.V.
Foto © 2005  www.panorama-service.net