PLZ 9100
46°39’50,5‘‘N 14°37‘26‘‘O
Im Stadtteil St. Ruprecht der Stadt Völkermarkt befindet sich nördlich neben der Kirche St. Ruprecht, etwa 100 m vom Soldatenfriedhof St. Ruprecht entfernt,
ein Denkmal für 83 gefallene antifaschistische Widerstandskämpfer, die aus acht Ländern stammten.
Es besteht aus einem aus weißen Marmorsteinen gemauerten Quader mit einer Metallschale obendrauf und einer zweisprachigen Inschrift (slowenisch und deutsch)
auf der Vorderseite. Die Inschrift nennt außer dem eines englischen Offiziers keine weitere Namen.
Inschriften:
PADLIM.ZA.SVOBODO.V.
BORBI.PROTI.FAŠIZMU
V TEM GROBIŠCU POCIVA 83 ANTIFAŠISTICNIH BORCEV IZ OSMIH DRŽAV
IN DIESEM GRAB RUHEN 83 ANTIFASCHISTISCHE WIDERSTANDSKÄMPFER AUS ACHT STAATEN:
AVSTRIA-ÖSTERREICH, FRANCIJA-FRANKREICH, ITALIJA-ITALIEN, JUGOSLAVIJA-JUGOSLAWIEN,
POLSKA-POLEN, SOVJETSKA ZVEZA-SOWJETUNION, VELIKA BRITANIJA-GROSZBRITANIEN,
ZDRUŽEVE DRŽAVE AMERIKE-VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA.
HIER RUHT DER BRITISCHE VERBINDUNGSOFFIZIER A.C.G. HESKETH-RICHARD (MAJOR CAHUSAC)
1942-1945
Namen der Gefallenen:
2. Weltkrieg
Anmerkung: Das Grabmal gibt Zeugnis vom anhaltenden Widerstand gegen die Terror-Herrschaft der Nationalsozialisten.
Er hat sich aus zivilem Ungehorsam (Wehrdienstverweigerung) zum bewaffneten Widerstand entwickelt (1941-1945),
in dem einzigen auch militärisch erfolgreichen in den Grenzen des Dritten Reiches.
Dieser Kampf wurde von der lokalen slowenisch- und auch deutschsprachigen Bevölkerung unter Todesgefahr,
Entbehrungen und großem Leid unterstützt. Die Kräfte der Anti-Hitler-Koalition gaben ihm die organisatorische Basis
(Tito-Partisanenarmee) und haben ihn logistisch und mit Nachschub unterstützt (britische Militärmission und Agenten für spezielle Operationen).
Es haben sich ihm auch viele geflohene Zwangsarbeiter vor allem aus der damaligen Sowjetunion und Kriegsgefangene angeschlossen.
Das Grabmal wurde 1946 errichtet, darin wurden die sterblichen Überreste jener Widerständischen begraben,
die im Gebiet der Saualm den Tod gefunden haben. Die Namen vieler sind unbekannt,
es sind welche aus der engeren Kärntner Heimat, und viele, die nicht in ihre ferne Heimat zurückkehren konnten.
Sie alle sind auch für die Befreiung Österreichs gefallen. Das Denkmal wurde 1947 errichtet.
Danach wurde das Gedenkens-Emblem zweimal wesentlich geändert: Die Figurengruppe auf dem Sockel des Denkmals
wurde 1953 gesprengt, 1992 wurde die Inschrift inhaltlich und mehrsprachig ergänzt.
Ergänzungen in Lila stammen von www.partizani.at.
Ergänzungen in Grün aus dem Buch „Vergessene Wahrheiten“ von Valentin Hauser.
Datum der Abschrift: 31.07.2015
Verantwortlich für diesen Beitrag: Dr. Johannes Becherer; Karl und Ines Decker (Ergänzungen)
Foto © 2026 Karl Decker (Denkmal), Valentin Hauser (Soldatenfotos aus „Vergessene Wahrheiten“)