PLZ 19348
53° 04′ 05,57″ N, 11° 51′ 27,32″ O
Das Denkmal auf dem Friedrich-Engels-Platz, auf Höhe des Friedhofs, erinnert heute an beide Weltkriege.
Vor dem halbrunden Bau mit acht Pfeilern, steht eine 2,5 Meter hohe Roland-Statue.
Auf einer alten Postkarte sind auf allen Pfeilern die Bronzetafeln erkennbar,
auf denen die Namen der Gefallenen des 1. Weltkriegs verzeichnet waren.
Sie wurden nach 1945 entfernt und die Zahl der Toten des 1. und 2. Weltkrieges eingemeißelt.
Inschriften:
Denkmal alt:
Perlebergs Heldensöhnen geweiht.
Geduld, ich kenne meine Deutschen
Perleberg beklagt
1914 - 18____283 Tote
1939 - 45____487 Tote
Denkmal neu:
DASS NIE MEHR
EINE MUTTER IHREN
SOHN BEWEINT
Das Denkmal am Friedhof wurde ursprünglich für die Gefallenen des 1. Weltkrieges errichtet und am 29.08.1926 eingeweiht.
Nach 1945 wurden die Namenstafeln an den Säulen von beherzten Bürgern demontiert um sie
vor der Einschmelzung zu bewahren. Laut Zeugenaussagen schaffte der Totengräber die Tafeln in einem Sarg
zur Kirche und versteckte sie hinter Brettern und Bänken. Eine halbherzige Suche danach in den
2010er Jahren brachte kein Ergebnis, so dass die Tafeln bis heute verschwunden sind.
Die Namen sind zum Glück nicht verloren da Akten zur Erschaffung des Denkmals im Stadtarchiv erhalten sind.
Darin befinden sich Auflistungen der Namen. Eine Liste ist genau in der Reihenfolge der Tafeln abgedruckt,
mit den Todesjahren oben und den in dem Jahr gefallenen und verstorbenen Soldaten darunter.
Diese Namen wurden im Jahre 2008 von der Archivarin Frau Pieper und von Frau Oljeko abgeschrieben
und als Festschrift zum Volkstrauertag 2008 in der St. Jacobi Kirche ausgelegt.
Eine weitere Liste in den Akten notiert zu den Namen noch die Dienstgrade und
listet weitere Namen auf die nach 1919 verstorben sind (wahrscheinlich an Kriegsfolgen).
Eine weitere Akte zur Schaffung des Denkmals findet sich im Regionalmuseum Perleberg.
Dort ist die Korrespondenz des Major Cämmerer archiviert, der maßgeblich an der Schaffung
des Denkmals und Gedenkfensters beteiligt war. Diese Akte enthält viele kleine Listen und Zettel
auf denen Namen für das Denkmal gemeldet wurden (nach einem Aufruf in der Tageszeitung).
Auch hier fehlt leider eine vollständige Auflistung der Namen mit genauen Todesdaten.
In der Auflistung für die Denkmals-Tafeln werden 438 Namen notiert.
Auf dem Denkmal ist aber die Zahl von 283 in der Widmung notiert. Dies ist exakt die Anzahl
der Namen in der Auflistung im Kirchenbuch und erfasst wahrscheinlich
die eigentlichen Perleberger Einwohner. Es ist aber nicht erwiesen welche Namen wirklich
auf den Namenstafeln standen, da sie bis heute verschwunden sind und keine lesbaren Aufnahmen existieren.
Das Denkmal wurde nach 1959 umgebaut, die Stahlhelme entfernt, die Widmungen geändert
und die (falschen) Zahlen der Toten des 1. und 2. Weltkrieges eingemeißelt.
Datum der Abschrift: 01.03.2012 /Januar 2026
Verantwortlich für diesen Beitrag: R. Krukenberg /
Heike Herold (redaktionelle Änderungen)
Foto © historisch und 2012 R. Krukenberg /
2011 Wikimedia: Yoursmile, CC0 1.0 (Foto verkleinert)