PLZ 9433
Grabstätte im Friedhof der Pfarrkirche Lamm.
Inschriften:
DIE UNSCHULDIGEN OPFER DES NAZIREGIMES
DIE AM 17.9.1944 ERSCHOSSEN WURDEN
Namen der Opfer:
2. Weltkrieg
| Name | Vorname | Geburtsdatum & Ort | Todesdatum & Ort | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| GELEMI | Maria | 1922 Lemberg, Ukraine | 17.09.1944 vulgo Spitzbauer-Hof, Lamm 11 | 22 Jahre alt, Magd beim vulgo Lubi in Lamm |
| KNABL | Margaretha geb. Schranzer |
08.07.1901 Lichtenwald 1 vlg. Grabenwendl; Pfarre Pustritz | 17.09.1944 vulgo Spitzbauer-Hof, Lamm 11 | 43 Jahre alt, Ehefrau des Dorfschmiedes Johann Knabl in Lamm oo 7.2.1932 |
| SCHILCHER | Erna | 25.11.1942 Pustritz 13 vlg. Schilcher; Pfarre Pustritz | 17.09.1944 vulgo Spitzbauer-Hof, Lamm 11 | 2 Jahre alt, Nichte von Elisa Wallner, Tochter von Dienstleuten beim vulgo Schilcher |
| WALLNER | Elise | 15.11.1909 Pustritz Kogel 66 vlg. Niederhofer Keusche; Pfarre Pustritz | 17.09.1944 vulgo Spitzbauer-Hof, Lamm 11 | 33 Jahre alt, geborene Murnig, verehelicht 22.9.1943 in Wien; |
| ZIRNIG | Alois | 09.06.1871 Obergreutschach 13 vlg. Vukounig; Pfarre Greutschach | 17.09.1944 vulgo Spitzbauer-Hof, Lamm 11 | 73 Jahre alt, Vater (unehel.) der Spitzbauer Bäuerin, wirtschaftete auch am Hof |
Daten in Blau aus Kirchenmatriken.
Ergänzungen in Grün sowie weitere Fakten aus dem Buch „Vergessene Wahrheiten“ von Valentin Hauser - Griffen, 2022:
Am 16. Oktober 1944 überfielen Partisanen das Glimmer Bergwerk in St.Leonhard auf der Saualm.
Nach diesem Anschlage schlossen sich einige Kriegsgefangene und Ostarbeiter den Partisanen an
(insgesamt 43 Personen) und zogen mit ihnen zum Spitzbauern-Hof im 4 km entfernten Ort Lamm.
Dieser wurde von Johann Wulz (*1892 +1958) und seiner Frau Maria geb. Hude (*1897 +1980) bewirtschaftet.
Der Bauer war ein Gegner des NS-Regimes, er hatte schon mehrmals die Partisanen unterstützt und so
kamen diese auch dieses Mal bei ihm unter, wobei sie sich einige Zivilpersonen als „Pfand“ festhielten.
Am 17.Oktober 1944 (nicht September wie am Grabkreuz) umzingelten deutsche Soldaten und Polizisten den Spitzbauern-Hof,
ein deutscher Hauptmann stand vor der Haustüre und forderte die Freilassung der gefangen gehaltenen Zivilisten.
Die verschanzten Partisanen kamen der Aufforderung nicht nach und erschossen den Hauptmann.
Daraufhin eröffneten die Polizisten das Feuer mit Maschinengewehren und Brandbomben auf den Spitzbauern-Hof.
Bei dem Gefecht gab es viele Tote und Verwundete bei den Partisanen und Zivilpersonen (lt. Pfarrchronik 54 Tote).
Datum der Abschrift: 03.05.2026
Verantwortlich für diesen Beitrag: Karl und Ines Decker
Foto © 2026 Karl Decker