PLZ 24991
Neben einer Gedächtnisstätte für die ortsansässigen Gefallenen beider Weltkriege, die im Turm der Kirche von Großsolt untergebracht ist,
gibt es in der Nordostecke des an der Kirche gelegenen Friedhofes einen kleinen, sehr gepflegten Ehrenfriedhof mit einigen größeren Feldsteinen,
die im Halbkreis zu beiden Seiten einer Gruppe rötlicher Granitfindlinge angeordnet sind.
Inschriften:
Findling
Friede
Namen der Gefallenen:
2. Weltkrieg
| Dienstgrad | Name | Vorname | Geburtsdatum & Ort | Todesdatum & Ort |
|---|---|---|---|---|
| Oberzahlmeister | BORN | Max | 13.04.1892 | 11.05.1945 Lazarett in Großsolt |
| Gefreiter | DEVINDINAT | Horst Erich | 15.07.1924 | 04.11.1946 Lazarett in Großsolt |
| Pionier | DÜNNEMANN | Werner | 28.07.1922 | 24.05.1945 Lazarett in Großsolt |
| Oberkanonier | LANDOWSKI | Lucian | 29.11.1911 | 18.09.1945 Lazarett in Großsolt |
| Unteroffizier | MARX | Alois | 02.06.1913 | 20.09.1945 Lazarett in Großsolt |
| Gefreiter | MORELL | Johann | 27.02.1904 | 05.05.1945 Lazarett in Großsolt |
| Gefreiter | OTTO | Alfred | 00.00.1896 | 04.05.1945 Lazarett in Großsolt |
| Unteroffizier | ROTH | Philipp | 14.02.1915 | 28.08.1945 Lazarett in Großsolt |
| Leutnant | SCHAACK | Alfred | 09.07.1911 | 07.05.1945 Lazarett in Großsolt |
| Obergefreiter | SCHNEIDEREIT | Ewald | 22.08.1921 | 06.08.1945 Lazarett in Großsolt |
| Gefreiter | SWATOS | Josef | 30.07.1922 | 06.07.1945 Lazarett in Großsolt |
| Obergefreiter | WEINHOLD | Artur | 22.04.1904 | 08.05.1945 Lazarett in Großsolt |
2. Weltkrieg (Russengrab)
| Foto | Name | Vorname | Geburtsdatum & Ort | Todesdatum & Ort |
|---|---|---|---|---|
![]() |
MAGOS | Ewdokija | 14.03.1922 Swesz-Kolmija |
10.02.1942 Kollerup |
Anmerkung: Die Grabstätte erinnert an ortsfremde Soldaten, die in einem Hilfslazarett starben, das am Kriegsende in den
ehemaligen Baracken des Arbeitsdienstlagers in Großsolt eingerichtet worden war. Die Gräber waren ursprünglich durch
Eichenkreuze gekennzeichnet, die wegen Verwitterung jedoch inzwischen durch Feldsteine ersetzt wurden. Der große Findling trug
zunächst eine Metallplatte mit der Inschrift: “Deutschland, Du warst unser Stolz”, für die es einer besonderen Genehmigung durch
die britische Militärregierung in Flensburg bedurft hatte. Diese Platte wurde allerdings bereits nach zwei Tagen entfernt, weil der
Kirchenvorstand von Großsolt mit dem Text nicht einverstanden war. In gemeinsamer Entscheidung einigte man sich dann auf die
eingravierte Inschrift “Friede.”
Eine weitere Besonderheit auf dem Großsolter Friedhof ist außerdem ein “Russengrab”, in dem die ukrainische Zwangsarbeiterin
Ewdokija Magos begraben wurde. Im offenen Viehwagen war sie im Winter 1942 gemeinsam mit anderen jungen Frauen nach
Großsolt gekommen und wurde auf dem Hof des Landwirts Dietrich Jakobsen in Kollerup zur Arbeit eingeteilt. Sie lebte dort nur 10
Tage; am Morgen des 10. Februar 1942 wurde sie leblos in ihrem Bett aufgefunden. Am Trauerzug zu ihrer Beerdigung nahmen
zahlreiche kriegsgefangene Russen, Serben und Polen aus dem Dorf teil. Ein ukrainischer Kriegsgefangener besorgte das Kreuz
aus weißem Marmor, das mit seiner russischen Aufschrift noch heute an das Schicksal der jungen Frau erinnert.
(Quelle: Ursula Pülschen: “Aus der Geschichte des Kirchspiels Großsolt”, erschienen im Jahrbuch des Heimatvereins der
Landschaft Angeln, 2003).
Neufassung des Beitrags vom 04.06.2005 von gghhev.de (Wiebke Dannenberg).
Datum der Abschrift: 23.01.2026
Verantwortlich für diesen Beitrag: Günter Hansen
Foto © 2005 Wiebke Dannenberg (Magos); 2026 Frank Holznagel