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Totenzettel









Onlineprojekt Gefallenendenkmäler - von Ahnenforschern für Ahnenforscher

 

 


 

 

Frankfurt am Main-Griesheim (Opfer der Arbeit), Hessen:

Hintergrund: Am 25.4.1901 ereignete sich im Chemiewerk „Elektron“, in der damals noch selbständigen Gemeinde Griesheim ein folgenschweres Unglück. Durch eine Explosion in der Sprengstoffabteilung mit anschließendem Feuer starben 26 Menschen und ca. 200 wurden verletzt. Hinter dem Eingangsportal des Friedhofs an der Waldschulstraße in Frankfurt-Griesheim hängen zwei Bronzetafeln mit den Namen der Opfer, die bei dem Unglück ums Leben gekommen sind. Am 20.11.1917 kamen im selben Werk durch ein weiteres schweres Explosionsunglück vier Menschen ums Leben.

Hinter dem Eingangsbereich befindet sich eine Anlage mit 30 Ehrengräbern und einem Denkmal in der Mitte für die Opfer von Arbeitsunfällen, aufgestellt im Jahre 1937 vom I. G. Farben Werk Griesheim. Die ursprünglich in einem Sammelgrab bestatteten Opfer von 1901 wurden zu dieser Zeit in die jetzige Grabstätte umgebettet.

Der Steinquader trägt eine Inschrift zu ihrer Erinnerung und enthält neben einem stilisierten Bild einer Explosion mit Blitzen einen zerbrochenen Eichenbaum. Quelle: Geschichtsverein Frankfurt-Griesheim

Anmerkungen: Die "Opfer der Arbeit" in F.-Griesheim waren Menschen, die für die Kriegsproduktion, d. h. in der Sprengstoff-Fabrikation arbeiteten. Das Denkmal, so wie es jetzt (unter Denkmalschutz) auf dem Friedhof steht, wurde für die während des 1. Weltkrieges (1917) getöteten Opfer im Jahre 1937 errichtet. Die bei einem noch größeren Unglück im Jahre 1901 getöteten Opfer waren ebenfalls in der Sprengstoff-Produktion tätig. Diese Toten hat man dann nach Einweihung des Denkmals umgebettet.  Vor allem in Kriegszeiten wurden bekanntlich meist Frauen, Jugendliche und im 2. Weltkrieg meist ausländische Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie beschäftigt, weil die Männer als Soldaten an der Front waren. Auch im sog. "Ehrenbuch der Stadt Frankfurt" vom 1. Weltkrieg Gefallener sind solche Personen als "Gefallene" mit aufgeführt.  Eine ausführliche Dokumentation zu den Unglücken in Griesheim findet man hier.

Frankfurt am Main-Griesheim (Opfer der Arbeit), Foto © 2009 Hans Günter ThorwarthFrankfurt am Main-Griesheim (Opfer der Arbeit), Foto © 2009 Hans Günter Thorwarth  

Inschriften:

Denkmal an den Gräbern:
Den Opfern der Arbeit
I. G. Farben Werk Griesheim
Bronzetafeln am Eingangstor:
IN MEMORIAM
MDCCCCI.  

Namen der Opfer:

vom 25.4.1901 auf den Bronzetafeln am Tor:

Name

Vorname

ALBERT

Ludwig

AULMANN

Ludwig

BAUER

Friedrich

DILG

Michael

DUSOLD

Andreas

HAUCK

Heinrich

HENNINGER

Georg

HOFFMANN

Jakob

JACOBI

Dr. phil. Hermann

KRESS

August

LAGIES

Friedrich

MANNEBACH

Johann

NUCKEL

Carl

PFEIFFER

Valentin

RIMBACH

Valentin

ROTH

Josef

SCHILLING

Wilhelm

SCHMIDT

Martin

SCHRAMM

Hartmann

SIMON

Johann

TRAUTMANN

Valentin

WAGNER

Marlin

WEICHSELGARTNER

Kajetan

WERNER

Eligius

WILHELM

Ludwig

ZIMMERMANN

Josef

Namen der auf dem Friedhof begrabenen Opfer:

Name

Vorname

Geburtsjahr

Todesjahr

ALBERT

Ludwig

1884

1901

BAUER

Friedrich

1881

1901

DILG

Michael

1881

1901

DOSCH

Hermann

1920

1955

DUSOLD

Andreas

1871

1901

HOFFMANN

Jakob

1807

1901

HOLLMANN

Jakob

1905

1938

KAISER

Margarete

1919

1942

KIPPES

Kaspar

1891

1940

KNOTH

Willy

1902

1948

KRESS

August

1868

1901

KROKER

Anton

1899

1936

LAGGIES

Friedrich

1871

1901

MAIER

Wilhelm

1874

1917

MANNEBACH

Johann

1871

1901

NUCKEL

Leopold

1871

1901

PFEIFFER

Valentin

1869

1901

PISTOR

Johann

1870

1917

RIMBACH

Valentin

1871

1901

SCHNEIDER

Heinz

1943

1968

SCHRAMM

Hartmann

1881

1901

TESCHAUER

Franz

1850

1917

TESCHAUER

Sebastian

1902

1951

TRAUTMANN

Valentin

1881

1901

WAGNER

Martin

1871

1901

WEICHSELGÄRTNER

Kajetan

1882

1901

WERNER

Eligius

1861

1901

WILHELM

Ludwig

1882

1901

ZIMMERMANN

Josef

1881

1901

Sowie ein unbekanntes Opfer des Unglücks von 1901

Datum der Abschrift: 1.12.2009

Beitrag von: Hans Günter Thorwarth
Foto © 2009 Hans Günter Thorwarth