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Totenzettel









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Venedig (Friedhofsinsel San Michele, S.M.U. 12), Italien:

Die Insel San Michele wird seit 1837 als zentraler Friedhof (Cimitero) Venedigs genutzt. In dem Bereich für die verstorbenen Marineangehörigen (Militari Mare) befindet sich das Ehrenmal für die Gefallenen des Unterseebootes 12 der k.u.k.-Kriegsmarine. (Siehe auch hier)

Es ist in der Form einer Gruft ausgeführt, deren oberen Abschluß die metallene Gedenkplatte bildet. Die Inschrift dieser Platte ist ausschließlich in Versalien ausgeführt, wobei die Buchstaben “U” und “V” gleichermaßen als “V” dargestellt sind.

Venedig (Friedhofsinsel San Michele, S.M.U. 12), Foto © 2009 Sabine Paap

Inschriften:

DEN AM 8. AVGVST 1915
GEFALLENEN HELDEN
S.M. VNTERSEEBOOTES 12
(Namen der Schiffsführung)
VND BEMANNVNG:
(Namen der übrigen Besatzung)
VND DEN HIER RVHENDEN 35 SOLDATEN
DER ÖSTERR-VNGARISCHEN ARMEE.

GEWIDMET VON DEN
KAMERADEN DER EHEMALIGEN
K.V.K. KRIEGSMARINE
VND VOM
ÖSTERR.
SCHWARZEN KREVZ.

Namen der Gefallenen:

 

Dienstgrad

Name

Vorname

Todesdatum

Bemerkungen

 

 

BUDISAVLJEVIC

Mano

08.08.1915

 

 

 

DEAK

Ladislaus

08.08.1915

 

 

 

DROCZINGER

Rudolf

08.08.1915

 

 

 

DVORACEK

Stanislaus

08.08.1915

 

 

 

FIDRA

Anton

08.08.1915

 

 

 

KOTZMANN

Johann

08.08.1915

 

 

 

KROCZEK

Stefan

08.08.1915

 

 

 

LANG

Franz

08.08.1915

 

Lschlt.

LERCH

Egon

08.08.1915

Kommandant

 

 

NEESER

Friedrich

08.08.1915

 

 

 

PUSTAURH

Max

08.08.1915

 

 

 

REIZINGER

Josef

08.08.1915

 

 

 

SCHRAMAYR

Robert

08.08.1915

 

 

 

STRAUSZ (Strauß?)

Zoltan

08.08.1915

 

 

 

WEIDISCH

Karl

08.08.1915

 

 

Freglt.

ZACCARIA

Ernst

08.08.1915

1. Offizier

 

 

ZIEGLER

Josef

08.08.1915

 

Zusatzinformation 1:
LERCH Egon, Marineoffizier. * Triest, 19. 6. 1886; t Venedig, 8. 8. 1915. Absolv. die Milit.-Unterrealschule in Güns und die Marine-Akad. in Fiume, aus der er 1904 als Seekadett ausgemustert wurde. Nach verschiedenen Einschiffungen besuchte er 1908/09 als Fregattenlt. den Torpedooff.-Kurs, im Oktober 1909 folgte seine Zuteilung zur U-Bootstation in Pola, wo L. diese neue Waffe kennenlernte. Nach Einschiffung auf den U-Booten U 5 und U 6 kommandierte L. 1912/13 das Torpedoboot 16 und mit Kriegsbeginn 1914 übernahm er (1913 Linienschiffslt.) das Kmdo. des neuen U-Bootes des Hollandtyps U 12.

Mit diesem Boot erzielte L. seinen ersten großen Erfolg, als er am 21. 8. 1914 vor der alban. Küste das Flaggenschiff der französ. Schlachtflotte „Jean Bart" durch einen Torpedotreffer schwer beschädigte, worauf sich die französ. Flotte aus der Adria zurückzog, was für die Operationen der k. u. k. Flotte und für den Küstenverkehr von großer Bedeutung war. In einer weiteren kühnen Operation versuchte L. am 8. 8. 1915 in den Hafen von Venedig einzudringen, um dort liegende Schiffe anzugreifen, sein Boot stieß jedoch gegen eine Mine und sank mit 17 Mann Besatzung. L. wurde 1921 vom Ordenskapitel des Milit.-Maria-Theresien-Ordens posthum die Goldene Tapferkeitsmedaille für Off. verliehen.

L.: N. Fr. Pr. vom 14. 8. und 20. 12. 1915; R. Lerch, E. L., U 12, 1915; H. H. Sokol, österr.-Ungarns Seekrieg 1914-18, 1933, S. 110, 139 ff., 147, 152, 310, 317; K. A. Wien. (Egger)

Zusatzinformation 2:
U 12:
Am 8. 8. 1915 beim Versuch in den Hafen von Venedig einzudringen auf eine Mine gelaufen und gesunken. Totalverlust. 17 Tote. Kommandant war Linienschiffsleutnant Egon Lerch. Das Boot wurde noch im gleichen Monat von den Italienern gehoben und im Arsenal von Venedig verschrottet. Die Grabstätte der Besatzung befindet sich auf der Insel San Michele, dem Friedhof von Venedig. Sie wurde 1935 vom Österreichischen Marineverband, nachdem sie sehr vernachlässigt war, durch eine Spendenaktion neu gestaltet und mit einem Gedenkstein versehen.

„Am 7. 8. aus Triest ausgelaufen, nach Venedig und Chioggia. Nicht mehr zurückgekehrt. Die Umstände des Verlustes sind undurchsichtig. Am Nachmittag des 8. 8. sah um 16.30 Uhr ein in Venedig einlaufendes Kleinfahrzeug der italienischen Kriegsmarine achter in etwa 3 Sm Entfernung eine starke Explosion. Beim Nachschauen wurden ein Ölfleck und Benzingeruch konstatiert. Am 11. 8. wurde die Vernichtung eines feindlichen U-Bootes - als Erfolg eines eigenen U-Bootes - durch die italienische Presse gemeldet. Im Pressebericht vom 19. 8. wird von der Anwesenheit eines italienischen Torpedobootes geschrieben. Spätere italienische Literatur berichtet über das Husarenstück des italienischen Kanonenbootes „Brondolo“, dass die Anwesenheit von U 12 bemerkte und daraufhin im Vertrauen auf den geringen eigenen Tiefgang über ein Minenfeld fuhr; U 12 folgte im Bestreben die Passage auszukundschaften nach und fand ihr Ende. Die nun kürzlich durchgeführte Analyse italienischer Quellen ergibt als Anlass der Explosion einen Zufall; die Italiener wussten von der Anwesenheit von U 12 anscheinend gar nichts. Position des Wracks: 45°23`30``N, 12°36`40``O.

Vom 3. 12. 1916 – 3. 1. 1917 wurde das Boot gehoben und in ein Dock des venezianischen Arsenals gebracht; die Gebeine der Toten am Friedhof San Michele unter „Sconosciuto“ (Unbekannt) bestattet. Nach genauer Untersuchung des Bootes und seiner Einrichtungen wurde es verschrottet“.

Zusatzinformation 3:S.M. U 12

Typ

Einhüllenboot, modifizierter Einhüllen-Typ

Bauwerft

Whitehead-Werft Fiume/Rijeka

Baubeginn

1909

Stapellauf

14. März 1911 als „Spekulationsbau S.S. 3“

Indienststellung

21. August 1914

Verdrängung

über Wasser 240 t; unter Wasser 273 t

Länge

32,09 m

Breite

4,23 m

Tiefgang

?

Antrieb

2× Benzinmotoren, jeweils 250 PS
2× Elektromotoren, jeweils 115 PS

Geschwindigkeit

über Wasser 10,75 kn; unter Wasser 8,5 kn

Aktionsradius

800 sm bei 8,5 kn über Wasser; 48 sm bei 6,0 kn unter Wasser

Bewaffnung

2× Torpedorohre 45 cm (Bug), 4 Torpedos
Ab Juni 1915 zusätzlich 2× 35 cm-Außenbordlancierrahmen
1× 37 mm-SFK

Tauchtiefe

?

Besatzung

15 Mann, zuzüglich 2 Mann Stab

Endschicksal

Am 8. August 1915 in der Bucht von Venedig auf Mine gelaufen und gesunken, Totalverlust. Das Boot wurde gehoben und im Arsenal von Venedig verschrottet.

Portrait des Kommandanten aus http://portrait.kaar.at/Erster%20Weltkrieg%20Teil%202/image7.html

Zusatzinformation 1 aus http://www.biographien.ac.at/oebl_5/150.pdf

Zusatzinformation 2 aus http://209.85.129.132/search?q=cache:R1Io8FlJZ9wJ:www.uog-st.at/Archiv/PDF%2520fuer%2520Website/Versenkt_U_Boote_Adria_3_04.pdf+egon+%2Blerch&cd=7&hl=de&ct=clnk&gl=de&lr=lang_de

Zusatzinformation 3 aus Wikipedia

Datum der Abschrift: 19.05.2009

Beitrag von: Detlef Ziemann
Foto © 2009 Sabine Paap

 

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