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Totenzettel









Onlineprojekt Gefallenendenkmäler - von Ahnenforschern für Ahnenforscher

 

 


 

Selk, Kreis Schleswig-Flensburg, Schleswig-Holstein:

Österreicher-Denkmal auf dem Königshügel: Auf dem im Jahre 1865 errichteten kastenförmigen Österreicher-Denkmal sind 16 Offiziere und 66 Mann genannt (namentlich nur die Offiziere), die im Gefecht am 03.02.1864 gefallenen waren. Die Gesamtverluste (Gefallene und Verwundete) betrugen bei den Österreichern 28 Offiziere und 348 Mann, bei den Dänen 9 Offiziere und 408 Mann.

Selk, Foto © Uwe Schärff

Inschriften:

Ihren bei Ober-Selk, Jagel, am Königsberg und bei Wedelspang am III. Februar MDCCCLXIV gefallenen Waffengefährten.

Den tapferen Gefährten
Sei dieser Kranz gewunden,
Die hier in fremder Erde
Ihr kaltes Grab gefunden. –
Den braven Kameraden
Voll hohem Heldenmuth,
Die unsern Sieg erkauften
Mit ihrem Herzensblut. –
Heimwärts nach Östreichs Gauen
Schwebt auf des Ruhmes Flügel
Der Name all der Helden
Vom Grab am Königshügel.

Die k.k. Brigade G.M. Graf Gondrecourt
XVIII.
Feld-Jäger Bataillon
XXX.
Inft. Rgmt. F.M.L. Baron Martini
XXXIV.
Inf. Rgmt. König W.I. von Preußen
H.Esk. Fürst Liechtenstein Huszaren N.IX
IV. Pf. Batr.. N.II des I. Art. Rgmts. Kaiser F.J.
I. Zug der Sanitäts-Compagnie.

Namen der Gefallenen:

Dienstgrad

Name

Vorname

Todesdatum

Einheit

Bemerk.

Oblt.

SCHLEMMER

Theod.

03.02.1864

XVIII. Feld-Jäger Bataillon

 

Oblt.

BAYER

Karl

03.02.1864

XVIII. Feld-Jäger Bataillon

 

Oblt.

MÖRTHAL

R.  v.

03.02.1864

XVIII. Feld-Jäger Bataillon

 

Oblt.

WANKA

Franz

03.02.1864

XVIII. Feld-Jäger Bataillon

 

Untlt.

REYL

J.

03.02.1864

XVIII. Feld-Jäger Bataillon

 

Untlt.

SCHURCH

A.

03.02.1864

XVIII. Feld-Jäger Bataillon

 

 

und 16 Mann

 

03.02.1864

XVIII. Feld-Jäger Bataillon

 

 

 

 

 

 

 

Major

STRANSKY

Jos. Edl. V.

03.02.1864

XXXIV. Inft. Regiment

 

Untlt.

BRAUN

Hugo

03.02.1864

XXXIV. Inft. Regiment

 

Untlt..

KRAJATZ

Alfred Edler von

03.02.1864

XXXIV. Inft. Regiment

 

 

und 21 Mann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Major

STAMPFER

Ludwig

03.02.1864

XXX. Inf. Regiment

 

Hauptm.

DOLLIAK

Andreas

03.02.1864

XXX. Inf. Regiment

 

Hauptm.

KOPETZKY

Karl

03.02.1864

XXX. Inf. Regiment

 

Oberlt.

KRÓLIKIEWICZ

Gerhard

03.02.1864

XXX. Inf. Regiment

 

 

 

 

 

 

 

Untlt.

BATTLOGG

Ernst

03.02.1864

XXX. Inf. Regiment

 

Untlt.

DILLINGER

Leopold

03.02.1864

XXX. Inf. Regiment

 

Untlt.

BADOVINAC

Elias

03.02.1864

XXX. Inf. Regiment

zugeth. vom IV G.Rgt.

 

und 29 Mann

 

03.02.1864

XXX. Inf. Regiment

 

 

 

 

 

 

 

Oberst

BENEDEK

 

03.02.1864

XXXIV. Inft. Regiment

[a.d. Dkm nicht gen. *]

Datum Der Abschrift: Juli 2004

Die Umgebung von Selk ist durch kuppige Geländeerhebungen geprägt. Sie gehören zu den westlichsten Moränenzügen der letzten Eiszeit (80.000 – 12.000 v. Zeitr.). Eine der markantesten Erhebungen ist der sogenannte Königshügel bei Oberselk, dessen Kuppe noch von einem künstlichen Hügel überwölbt wurde.

Zu Beginn des dänisch-deutschen Krieges von 1864 kam es im Zuge des Vormarsches der verbündeten österreichischen und preußischen Truppen am 3. Februar 1864 zu schweren Vorpostengefechten zwischen der dänischen Armee und dem österreichischen k.k. VI. Armeekorps bei Jagel, Oberselk und um den Königshügel (von den Österreichern „Königsberg“ genannt).

Einheiten der österreichischen k.k. 1. Infanterie-Brigade Generalmajor Graf Gondrecourt nahmen in einem sechsstündigen Gefecht bei Temperaturen bis –19° C gegen Einheiten der dänischen 3. Infanterie-Division den Königshügel, der als strategisch wichtiger Punkt sowohl die Straße Eckernförde-Schleswig, als auch das östliche Ende der dänischen Danewerk-Stellung bei Schleswig deckte.

In der Schlussphase des Gefechts setzte sich Graf Gondrecourt selbst an die Spitze der Kämpfenden, als Fahnenträger der Oberst des Regiments Martini, die Regimentskapelle spielte den Radetzky-Marsch. „Außer dem tödlich getroffenen Oberst Benedek* des Regiments Nr. 34 war auch der Major Stransky schwer verwundet worden. Letzterer wollte sich aber nicht vom Regiment trennen. Es bedurfte der Autorität des Korpskommandanten, um diesen tapferen Stabsoffizier endlich zu bewegen, sich endlich in das Spital nach Rendsburg transportieren zu lassen, wo sein Oberst bereits gepflegt wurde .... Das Treffen war hitzig, obwohl eine Kälte von neunzehn Grad herrschte.“

Da das dem Königshügel nächstgelegene Schleswig zum Zeitpunkt des Gefechtes noch in dänischer Hand war, wurden die verwundeten Österreicher in das Hospital der Festung Rendsburg gebracht. 8 Offiziere und ca. 60 Soldaten, die an den Verwundungen starben, wurden auf dem dortigen Militärfriedhof beigesetzt.

Das Denkmal auf dem Königshügel wurde noch im Herbst 1864 aus Spenden von Angehörigen der österreichischen k.k. Brigade Graf Gondrecourt errichtet. Es zeigt auf der südlichen Seite (inmitten von zwei umkränzten Namenstafeln) den österreichischen Doppeladler mit den Initialen „FJ“ für Kaiser Franz Joseph I. (reg. 1848-1916).

Auf der nördlichen Seite (inmitten der zwei umkränzten Namenstafeln) die Inschrift „ Den tapferen Gefährten / Sei dieser Kranz gewunden, / Die hier in fremder Erde / Ihr kaltes Grab gefunden. – / Den braven Kameraden / Voll hohem Heldenmuth, / Die unsern Sieg erkauften / Mit ihrem Herzensblut. – / Heimwärts nach Östreichs Gauen / Schwebt auf des Ruhmes Flügel / Der Name all der Helden / Vom Grab am Königshügel.“

An einer der beiden Schmalseiten des Steindenkmals sind die teilnehmenden Einheiten aufgeführt:

„Die k.k. Brigade G.M. Graf Gondrecourt / XVIII. Feld-Jäger Bataillon / XXX. Inft. Rgmt. F.M.L. Baron Martini / XXXIV. Inf. Rgmt. König W.I. von Preussen / H.Esk. Fürst Liechtenstein Huszaren N.IX / IV. Pf. Batr.. N.II des I. Art. Rgmts. Kaiser F.J. / I. Zug der Sanitäts-Compagnie.“

Quellen: Stellschild am Königshügel sowie Gerd Stolz „Österreichische Kriegsgräber ...“ (Apenrade 1990)

Beitrag von: Genealogische Gesellschaft Hamburg e.V.
Foto © Uwe Schärff

 

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