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Onlineprojekt Gefallenendenkmäler - von Ahnenforschern für Ahnenforscher

 

 


 

 

Handeloh (Friedhof), Landkreis Harburg, Niedersachsen

PLZ 21256

Auf dem Friedhof eine Gedenkstätte für KZ-Opfer: Stele mit Inschrift, rechts davor ein Findling mit Inschrifttafel; ein Kriegsgrab und private Gedenksteine.

Inschriften:

Gedenkstätte:

     
Hier ruhen 64 KZ-Häftlinge
Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen; wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um
2. Kor. Kap. 4, Vers 9

Tafel:
Mahnung: Auf dem Handeloher Friedhof sind auch 64 KZ-Insassen beigesetzt. Sie gehörten zu einem Eisenbahntransport von insgesamt etwa 5000 Menschen, der am 8. April 1945 auf dem Handeloher Bahnhof einlief. Wegen der heranrückenden Alliierten wurde Anfang April 1945 das Konzentrationslager „Mittelbau Dora“ im Harz geräumt. Die Häftlinge wurden auf Fußmärschen und in Eisenbahnwaggons evakuiert. Dieser Zug startete wahrscheinlich am 5. April 1945 in Nordhausen/Harz und fuhr über Northeim, Hannover, Celle, Uelzen, Lüneburg, Hamburg, Glückstadt und Itzehoe nach Brunsbüttel. Hier erst gab es den ersten längeren Aufenthalt. Bis Hamburg fuhr er die gleiche Strecke zurück, um dann in Buchholz/Nordheide in Richtung Bergen-Belsen geleitet zu werden.

Etwa 50 Menschen mußten sich einen Güterwaggon teilen. Während der Fahrt gab es kaum Verpflegung, so daß viele Menschen infolge Hunger, Durst, Krankheiten und Erschöpfung unterwegs starben. Die sanitären Verhältnisse waren völlig unzureichend. Die während der Fahrt Umgekommenen und einige am Handeloher Bahnhof von Bewachern Erschossene wurden am Morgen des 9. April 1945 in einem Massengrab in der Nähe des Bahnhofes verscharrt. Gegen Mittag startete der Zug in Richtung Bergen-Belsen.

Der damalige Handeloher Bürgermeister Peters organisierte eine sehr couragierte Hilfsaktion. Innerhalb weniger Stunden kochte die Handeloher Bevölkerung fast 40 Zentner Kartoffeln; 80 Zentner rohe Steckrüben, viele Brote sowie Kannen mit Milch und Kaffee wurden an den Zug gebracht.

Die einrückenden englischen Truppen fanden das Massengrab in einem sehr gepflegten Zustand vor. Anders als in anderen Orten entlang der Heidebahn wurde die Handeloher Bevölkerung deshalb nicht gezwungen, die Toten wieder auszugraben und auf dem Friedhof zu bestatten. Handeloher Schulklassen pflegten die Grabstätte in Bahnhofsnähe, bis erst in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre auf Veranlassung der Bezirksregierung die Umbettung auf den Friedhof stattfand.

Namen der Gefallenen:

1. Weltkrieg

Dienstgrad

Name

Vorname

Todesdatum & Ort

Bemerkungen

JASCHINKOW

Alexei

11.8.1916

Inschrift Holzkreuz: „Hier ruht in Gott der Ehemann Jaschinkow Alexei aus Borisowka bei Smolensk, Kriegsgefangener von einem wütenden Stier zu Wärme getötet am 11. August 1916, Jesaja 66 Vers 13“

2. Weltkrieg:
(Kriegsgrab und private Gedenksteine)

Name

Vorname

Geburtsdatum

Todesdatum & Ort

Bemerkungen

BAHLBURG

Jürgen

14.1.1925

18.2.1944

 

BAHLBURG

Hermann

24.10.1923

11.11.1944

 

BAHLBURG

Ludwig

26.3.1926

18.11.1944

 

BOEK

Hedwig

25.2.1917

18.4.1945

Kriegsgrab

DAHLMANN

Reinhold

8.6.1919

27.10.1941

 

DAHLMANN

Otto

13.1.1921

30.4.1945

 

DAHLMANN

Gustav

13.3.1925

25.2.1944

 

FEDDERKE

Frido

6.9.1910

8.10.1944 in Kolobowka, Rußland

 

MEYER

Hans

27.7.1920

31.10.1942 im Osten

 

MEYER

Helmut

9.8.1914

17.1.1945 in der Ostsee

 

MEYER

Hermann

20.7.1921

6.10.1943 im Osten

 

REINKOBER

Max

k.A.

1945

 

SLAWSKI

Paul

13.4.1891

22.3.1946

 

Einzelgedenken

Name

Vorname

Geburtsdatum & Ort

Todesdatum & Ort

Bemerkungen

BEY

Helmut

26.9.1920

22.9.1941 Russland

Einzelgedenken an privater Grabstelle

KOEPSEL

Gerda

1904

1945

Einzelgedenken an privater Grabstelle

Datum der Abschrift:  25.09.2005, Ergänzung 1. Weltkrieg und Einzelgedenken April 2011

Beitrag von: Genealogische Gesellschaft Hamburg e.V. (Karin Offen), Ergänzung 1. Weltkrieg und Einzelgedenken von anonym
Foto © 2005 Karin Offen, 1. Weltkrieg + Einzelgedenken von anonym

 

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