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Totenzettel









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Bether Gedenkbuch:
(Erläuterung hier)

Gedenkbuch
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In diesem Buch
sind verzeichnet
die Namen der Opfer von
Krieg, Verfolgung, Flucht und Vertreibung
seit Kriegsbeginn 1939,
wie sie von katholischen Familien
aus dem Oldenburger Land
in den Jahren 1965 bis 1972
gemeldet worden sind.
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Bethen
Im Herbst 1972

(eine Abschrift aus dem Buch, in der die Entstehung des Gedenkbuchs ausführlich erläutert wird, finden Sie unten auf dieser Seite, im Anschluss an die Tabelle mit den Gemeinden)

Gemeinden (nach Dekanat sortiert):

DEKANAT CLOPPENBURG
BETHEN
CAPPELN
CLOPPENBURG ST. ANDREAS
CLOPPENBURG ST. AUGUSTINUS
CLOPPENBURG ST.
JOSEF
EMSTEK
EMSTEKERFELD
ELSTEN
HALEN
HÖLTINGHAUSEN
HOHEGING-KELLERHÖHE
KNEHEIM
MOLBERGEN
PEHEIM
SCHWICHTELER
SEVELTEN
STAPELFELD
VARRELBUSCH

DEKANAT DAMME
BROCKDORF
DAMME
DINKLAGE
HOLDORF
LOHNE ST. GERTRUD
LOHNE ST. JOSEF
HANDORF-LANGENBERG
KROGE-EHRENDORF
MÜHLEN
NEUENKIRCHEN
OSTERFEINE
RÜSCHENDORF
STEINFELD

DEKANAT DELMENHORST
AHLHORN
DELMENHORST ST. MARIEN
DELMENHORST ST.
CHRISTOPHORUS
GANDERKESEE
HUDE
WILDESHAUSEN

DEKANAT FRIESOYTHE
ALTENOYTHE
BARSSEL
BEVERBRUCH
BOKELESCH
BÖSEL
ELISABETHFEHN
FRIESOYTHE
FALKENBERG
GARREL
HARKEBRÜGGE
KAMPE
NEUSCHARREL
MARKHAUSEN
NIKOLAUSDORF
PETERSDORF
RAMSLOH
SEDELSBERG
SCHARREL
STRÜCKLINGEN
THÜLE

DEKANAT LÖNINGEN
BENSTRUP
BEVERN
BUNNEN
ESSEN
HENGELAGE
EVENKAMP
HEMMELTE
LASTRUP
LINDERN
LÖNINGEN

 

DEKANAT OLDENBURG
AUGUSTFEHN
OLDENBURG ST.
BONIFATIUS
OLDENBURG ST. CHRISTOPHORUS
OLDENBURG ST. MARIEN
OLDENBURG ST. MICHAEL
OLDENBURG ST. PETER
OLDENBURG HL. GEIST
OLDENBURG ST. JOSEF
OLDENBURG ST. WILLEHAD
RASTEDE
WESTERSTEDE
BAD ZWISCHENAHN-EDEWECHT

 

DEKANAT VECHTA
BAKUM
BÜHREN
CARUM
ELLENSTEDT
GOLDENSTEDT
LANGFÖRDEN
LÜSCHE
LUTTEN
RECHTERFELD
VECHTA MARIA-FRIEDEN
VECHTA
VESTRUP
VISBEK
OYTHE

DEKANAT WESERMARSCH
BRAKE/UNTERWESER
BURHAVE
ELSFLETH-BERNE
LEMWERDER
NORDENHAM
NORDENHAM-EINSWARDEN
RODENKIRCHEN

 

DEKANAT WILHELMSHAVEN
BOCKHORN
JEVER
JADERBERG
ROFFHAUSEN
SANDE
SCHORTENS-HEIDMÜHLE
VAREL
WILHELMSHAVEN ST. MARIEN
WILHELMSHAVEN CHRISTUS KÖNIG
WILHELMSHAVEN STELLA-MARIS
WILHELMSHAVEN ST. MICHAEL
WILHELMSHAVEN ST. WILLEHAD
SCHILLIG
WANGEROOGE
ZETEL

Die Ortschaft Bethen bei Cloppenburg ist der Wallfahrtsort der katholischen Christen des Oldenburger Landes. Das Gnadenbild, eine Pietà aus dem späten 14. Jahrhundert, befindet sich in einer kleinen barocken Kapelle von 1669. Daneben wurde in den Jahren 1922 bis 1929 die heutige neubarocke Wallfahrtskirche errichtet, die Unserer Lieben Frau von den Sieben Schmerzen geweiht ist und seit 1977 den päpstlichen Titel einer „Basilica minor“ führt. Von Anfang an war sie in besonderer Weise dem Gedächtnis der Kriegstoten gewidmet. In ihrer 1931 eingeweihten Krypta sind an braunen Marmorwänden 3.672 Namen der gefallenen und vermissten Soldaten des Ersten Weltkriegs aus allen katholischen Kirchengemeinden des Oldenburger Landes verzeichnet.

Zwanzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann man damit, die Gedenkstätte in Bethen zu erweitern. Westlich der Wallfahrtskirche schuf man einen Platz von rund hundert Metern Länge und rund dreißig Metern Breite, der von einer Mauer umgrenzt wurde, jedoch zur Kirche hin offen blieb. An der Nordseite wurde eine überdachte Altarinsel errichtet. Ursprünglich war geplant, Bronzetafeln mit den Namen der Toten beider Weltkriege aus allen katholischen Gemeinden des Oldenburger Landes an der Umfassungsmauer anzubringen, wobei man mit bis zu 15.000 Namen rechnete. Dies erwies sich jedoch als nicht finanzierbar. Man beschränkte sich schließlich darauf, an der südlichen Mauerwand der Gedenkstätte neun Kreuzembleme für die Dekanate und die Namen der zugehörigen Kirchengemeinden zu befestigten und die bereits gesammelten Namen der Opfer des Zweiten Weltkriegs in einem Gedenkbuch festzuhalten.

1972 veranlasste der Pfarrer von Bethen, Bernhard Beering, den Druck dieses Gedenkbuchs. Ein Exemplar ist seither ständig in der Krypta der Wallfahrtskirche ausgelegt, viele Kirchengemeinden erwarben weitere Exemplare. Das Buch ist untergliedert in die neun Dekanate Cloppenburg, Damme, Delmenhorst, Friesoythe, Löningen, Oldenburg, Vechta, Wesermarsch und Wilhelmshaven. Diesen Dekanaten sind die im Jahr 1972 bestehenden 117 Kirchengemeinden zugeordnet. Die Anzahl der dort aufgelisteten Namen schwankt zwischen 6 (Augustfehn) und 413 (Lohne St. Gertrud). In einigen Gemeinden findet sich eine weitere Aufgliederung der Namenlisten nach Bauerschaften. In aller Regel wird zwischen den Vermissten und den nachweislich Verstorbenen unterschieden. Zusätzlich sind bei jedem Namen das Geburts- und das Todesjahr angegeben.

Es ist zu beachten, dass die Zuordnung der Namen zu den Kirchengemeinden nicht unbedingt besagt, dass die betreffenden Kriegstoten dort auch tatsächlich beheimatet waren. Denn bei der Sammlung der Namen in den 1960er Jahren waren nicht nur die alteingesessenen katholischen Familien aufgefordert, die Daten ihrer durch Kriegseinwirkung ums Leben gekommenen Angehörigen mitzuteilen, sondern ebenso auch die aus Ostdeutschland vertriebenen Katholiken, die nach 1945 eine neue Heimat im Oldenburger Land gefunden hatten.

Insgesamt enthält das Gedenkbuch 10.244 Namen von Opfern des Zweiten Weltkriegs, wobei allerdings zahlreiche Doppelnennungen nachzuweisen sind. Außer den Soldaten ist eine Reihe von zivilen Opfern im Gedenkbuch aufgeführt, die durch Bombenabwürfe, Tieffliegerangriffe, Kampfhandlungen bei Kriegsende oder durch die Folgen von Flucht und Vertreibung ums Leben kamen.

Das Gedenkbuch wurde 2008 im Offizialatsarchiv in Vechta, das für den oldenburgischen Teil des Bistums Münster zuständig ist, durch Anita Höne auf digitaler Basis abgeschrieben und mit einer Einleitung des Archivars Peter Sieve im Internet als PDF-Dokument publiziert (http://www.offizialatsbezirk-oldenburg.de/index.php?myELEMENT=177133). Diese Form der Veröffentlichung soll zum einen als zeitgemäße Weiterführung des Totengedenkens und zum anderen als Grundlage für weitergehende Nachforschungen in einzelnen Gemeinden dienen.

Peter Sieve, Offizialatsarchiv Vechta

Beitrag von: Michael G. Arenhövel
Osnabrücker genealogischer Forschungskreis e.V.

Mit freundlichen Unterstützung des
Offizialatsarchivs in Vechta
Foto © 2010 Michael G. Arenhövel