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Mühlhausen (1870/71), Unstrut-Hainich-Kreis, Thüringen:

Am 19. Oktober 1883 findet sich in der „Mühlhäuser Allgemeinen“ ein Bericht über die Einweihung des Kriegerdenkmales für den Feldzug 1870/71.

Die Einweihung unseres Kriegerdenkmals
am 18. October 1883.

Der gestrige Tag wird in der Geschichte unserer Stadt für alle Zeiten als einer der glänzendsten und bedeutungsvollsten hervorragen. Galt er doch der Enthüllungs- und Weihefeier eines Denkmals, die opferwillig Blut und Leben darangesetzt, als „Feinde rungsum“ das Vaterland bedrohten. Und wie solenn und mit welchem erhebenden Gefühle der Einigkeit der Bürgerschaft in der Pietät gegen die Tapfern ist deren Gedächtniß bei dieser Gelegenheit gefeiert worden!

Schon lange vor dem Anbruche des festlichen Tages waren die umfassendsten Vorbereitungen zu dem schönen Feste getroffen. Die Stadt prangte in Grün und Blumen- und Fahnenschmuck; Krieger-, Schützen-, Turner- und Sängervereine, sowie Studenten und Schüler hatten sich um ihre Banner geschaart, ja aus der Umgegend auch waren Kameraden der theuern Gefallenen in großer Zahl erschienen und von der Bürgerschaft gastlich aufgenommen. Die städtischen behörden, speciell das Fest-Comité, haben sich nun am Ziele ihrer langen, rastlosen Thätigkeit, das Fest würdig zu inscenieren.

Nachdem bereits am Vorabende die vereinigten Krieger- und Militär-Vereine einen glänzenden Fackelzug vom Obermarkte aus durch die Stadt gehalten hatten, der mit dem „Zapfenstreich“ begann und auf dem Blobach in gleicher Weise endete, riefen am Festmorgen früh 5 Uhr die Hörner und Trommeln der Kriegervereine die Bürgerschaft wach. Während der Nacht hatte ein heftiger Sturm gewüthet, der indeß mit dem Sonnenaufgange sich einigermaßen legte, und nun begann seitens der genannten Vereine der Empfang der von auswärts gekommenen Kameraden, deren Begrüßung die allerherzlichste war. Von Stunde zu Stunde wurde es lebendiger auf den Straßen. Fast keine derselben war ohne Festschmuck, ja die Hauptstraßen: der Steinweg, die Herrn-, die Felchtaer-, Erfurter- und Kiliansstraße, insbesondere aber auch die Görmarstraße haben wir kaum jemals so reich farbenprächtig und sinnig decorirt gesehen, wie diesmal.

- Für heute könne wir nur noch mittheilen, daß der officielle Theil der Enthüllungsfeier bei heller trockner Witterung vor sich ging, die Betheiligung am Festzuge außerordentlich zahlreich war, wie wir es hier noch nicht erlebt haben im der Moment der Enthüllung selbst sehr feierlich. Das Denkmal nimmt sich sehr prachtvoll aus und ist eine Zierde der Stadt für alle Zeiten.

Datum der Abschrift: 18.05.2009  

Beitrag von: Christian Kirchner
 

 

 

 

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